Gib nicht auf, Burger-Revolution!

Manchmal bin ich in einem Restaurant und muss plötzlich an Demi Lovato denken. Ich mag dieses Gefühl nicht. Denn es erschleicht mich immer dann, wenn ich in einem neuen Lokal einen Burger bestellt habe und etwas serviert bekam, das mehr Ähnlichkeit mit einem Turm hat als dem, was ich eigentlich wollte. Skyscraaaaper, höre ich Demi aka meinen Magen dann immer traurig wimmern.

Wie soll ich DAS bloß schaffen, frage ich mich. Ehrlich, wann ist das einfache Burger-Machen bitte schön zum Turmbau-Wettbewerb mutiert, bei dem es nur noch darum geht, wer den Größten hat? Bin ich ein Narr, wenn ich hoffe, ihn mit der Hand essen zu können? Gewiss nicht.

Versteht mich nicht falsch: Ich liebe große Portionen. Und wenn ich in diesen Skyscrapern immerhin etwas Gutes sehe, dann ist es das sichere Gefühl, am Ende satt zu werden. Der Punkt ist aber, dass es einen Unterschied zwischen Kunst und Architektur gibt. Form follows function, hat Steve Jobs schon immer gesagt – und wie Recht er damit hatte! Was soll ich also mit einem Burger, den ich nicht mit meinen Händen essen kann?

Der Tag, an dem unser Gaumen Klick gemacht hat und wir alle McDonalds plötzlich nicht mehr lieb hatten, zählt sicherlich zu den Sternstunden kulinarischer Revolutionen. Mit dem Wegbruch des Burger-Monopols blüten überall kleine Läden auf, die es besser machen wollten. Und sie taten es! Von den Pommes – oftmals homemade und mit Schale (Liebe!) – bis hin zum Hauptdarsteller, dem Burger, passierte viel Gutes. Aber irgendwann, so scheint’s mir, hat sich auch hier wieder der Ronald eingeschlichen.

Lasst die Spieße weg!

Als ich vor einiger Zeit mit einem Freund in einem schicken Burger-Restaurant war, gab es tatsächlich keinen Cheeseburger. Stattdessen wurde versucht, uns mit Pastrami- oder Asia-Variationen zu beeindrucken. Dass es den Klassiker aller guten Burger nicht gab, war eine Sünde – und leider kein Einzelfall.

Ich möchte nicht spießig klingen, aber was haben bitte  Spieße auf dem Burger verloren? Wenn man so sehr auf Deko steht – hey, tobt euch gern zu Hause aus. Ich weiß, ihr denkt an uns und wollt es immer nur schöner und besser machen diesdas, aber selbst wenn wir es schön finden sollten, merkt euch: „Das Auge isst mit“ stimmt, Punkt für euch. Allerdings nur als Metapher. Am Ende essen wir ihn nämlich mit unserem Mund – und zwar mit den Händen. Also bitte tut uns den gefallen und schreibt euch folgende Regel hinter die Ohren: KEEP IT SIMPLE!

Vor Kurzem war ich wieder in besagtem Restaurant. Und diesmal gab es ihn. Ohne Guacamole-Ketchup, Sojasprossen oder sonstwas – sondern ein einfacher Cheeseburger, wie wir ihn lieben. Scheinbar ist der Koch von seinem hohen Geschmacksross auf den Boden der Küchentresen zurückgekehrt. Es gibt also noch Hoffnung für die Burger-Revolution. Wir sind auf dem richtigen Weg – also lasst uns den Kurs halten.